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Interview: „Diesen Aufschwung zu managen, erfordert viel Fingerspitzengefühl und Augenmaß“

Mit Glück ist die Coronapandemie bald Geschichte. Was müssen Unternehmen jetzt tun, wo investieren, welche Chancen am Schopf packen und welche Risiken bedenken? Dr. Matthias Holzamer, Partner bei Roland Berger und Experte für Restrukturierung, Performanceverbesserung sowie Transformation & Transaktion, hat hilfreiche Antworten.

Euler Hermes: Das langersehnte Ende der Pandemie ist – hoffentlich – abzusehen, der Aufschwung der deutschen Wirtschaft steht bevor. Was haben all die Unternehmen richtig gut gemacht, die unbeschadet durch die Krise gekommen sind?
Dr. Matthias Holzamer: Diejenigen, die agil und flexibel auf die sehr plötzlich eingetretenen und unvorhersehbaren Umstände reagiert haben, haben deutlich besser abgeschnitten als andere.

Worin drückt sich diese Agilität aus?
Die Unternehmen, die schon vor der Pandemie in ihre technologische Kompetenz investiert hatten, haben einen Vorsprung gewonnen oder konnten diesen ausbauen. Im Vorteil waren auch Unternehmen, die in ihrer Herangehensweise an das Arbeiten und die Prozesse flexibel waren. Der Pandemie-Schock kam relativ schnell – viele Unternehmen hatten zum Beispiel das virtuelle Arbeiten vorher nie geprobt und standen vor der Herausforderung, es überhaupt erst zu ermöglichen. Unternehmen, die damit überhaupt nicht umgehen konnten, waren im Nachteil.
Das gilt natürlich primär für dienstleistungsorientierte Unternehmen. Zum Beispiel ein Automobilzulieferer kann nicht im Homeoffice fertigen. Aber auch im produzierenden Gewerbe war es wichtig, durch alternative Modelle und Schichtverfahren Arbeit zu entzerren und trotzdem relativ leistungskräftig zu wirtschaften. Das hat noch einmal verdeutlicht: Die Unternehmen, die flexibel waren, die Vertrauen in ihre Belegschaft hatten und vorausgedacht haben, sind deutlich besser durch die Krise gekommen als die, die an starren, alten Verfahren festgehalten haben. Agilität war ein ganz entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Pandemie.

Sie kooperieren bei dem Thema Risikoabschätzung mit einem Forschungsinstitut. Was machen Sie da genau?
Wie beschäftigen uns mit der Frage, welche Risiken es gibt und wie sich Unternehmen am besten auf sie einstellen. Das Auftreten einer Pandemie zum Beispiel ist statistisch gesehen gar nicht so unwahrscheinlich. Laut Wissenschaftlern liegt das Risiko, dass eine Pandemie in einem gegebenen Jahr auftritt, bei circa einem Prozent. Viele Risiken rangieren mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit im niedrigen einstelligen Bereich, aber es gibt Dependenzen und kaskadierende Effekte – und die muss man simulieren. Corona war zum Beispiel zunächst eine Gesundheitskrise, daraus entwickelte sich eine Versorgungskrise und als nächstes entsteht möglicherweise eine Inflationskrise. Das durchzuspielen erfordert alternative Planungsmodelle.

Was genau raten Sie den Unternehmen?
Sie müssen sich im Klaren sein, dass es immer wieder Risiken gibt und sie müssen diese Risiken soweit wie möglich quantifizieren. Zudem müssen Unternehmen die Implikationen auf das Geschäftsmodell bewerten, um dann zumindest bei Liquidität und Eigenkapital soviel Puffer zu haben, dass sie eine gewisse Strecke durchhalten können. Die Corona-Krise zeigt, dass Unternehmen reihenweise umgefallen wären, wenn die Bundesregierung nicht ihre umfangreichen Hilfsprogramme gestartet hätte.

Hat die Pandemie die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen befördert?
Ich denke schon, denn innovative Unternehmen sind besser durch die Krise gekommen und spätestens jetzt sollten die Nachzügler anfangen, Innovationsprogramme im Unternehmen zu fördern. Die Pandemie wurde ja auch ein Stück weit durch Innovation gelöst, Stichwort BioNTech. Diejenigen Unternehmen, die innovativ sind, die vorausdenken und investieren, werden sich weiter stark entwickeln. Ich gehe davon aus, dass Unternehmenslenker mit Weitsicht dies erkennen und entsprechend umsetzen.

Welches sind Risiken, die Unternehmen jetzt auf dem Radar haben müssen?
Wie viel Geld sollten Unternehmen auf die "hohe Kante" legen?
Worin sollten Unternehmen jetzt investieren?
Gibt es einen Kardinalfehler, den deutsche Unternehmen bei Wachstumsstrategien gern mal begehen?
Welche Entwicklungen könnten den Aufschwung gefährden?


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