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Mittel- und Osteuropa: BIP auf Schrumpfkurs

16. November 2020 – Die Wirtschaftstätigkeit in der Region Mittel- und Osteuropa hat sich im 3. Quartal 2020 deutlich erholt, aber neue Lockdowns werden die Region im 4. Quartal in eine Double-Dip-Rezession schicken. Auf der Grundlage der verfügbaren Daten für neun Volkswirtschaften, die 70% des regionalen BIP ausmachen, schätzen wir, dass die Produktion im Q3 um +6,3% q/q gewachsen ist, wobei die stärksten Zuwächse in der Slowakei (+11,7% q/q, nach -8,3% im Q2, siehe Abbildung 1) und Ungarn (+11,3% nach -14,6% im Q2) zu verzeichnen waren. Dies folgt auf die erhebliche Lockerung der Lockdowns im Mai-Juni sowie auf die Wiederherstellung der Lieferketten und eine Erholung im angeschlagenen Automobilsektor. Inmitten einer sehr starken zweiten Welle von Covid-19 waren die 11 EU-Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa (MOEL-EU-11) jedoch gezwungen, neue Lockdowns einzuführen, wenn auch mit unterschiedlicher Strenge (siehe Abbildung 2 im Anhang für Einzelheiten zur Sieben-Tage-Inzidenz, zum Stringenzindex und zur Prüfskala pro Land).

Es wird erwartet, dass die kurzfristigen wirtschaftlichen Kosten dieses zweiten Lockdowns 30-50% der wirtschaftlichen Auswirkungen ausmachen werden, die die Region von März bis Mai erlebte. Der Grund dafür ist, dass die neuen Maßnahmen zielgerichteter sind, vor allem auf "Covid-19-verwundbare" Dienstleistungssektoren (z.B. Binnenhandel, Transport, Hotel- und Gaststättengewerbe, Bildung, Sozialarbeit, Freizeit- und Sportaktivitäten) und in einigen Ländern weniger restriktiv sind, während die Industriesektoren, das Baugewerbe und die Landwirtschaft diesmal kaum betroffen sein werden. Darüber hinaus werden Unterbrechungen der Lieferkette aus Asien, die die industrielle Rezession im Frühjahr noch verstärkt hatten, jetzt nur noch sehr begrenzt auftreten.

Wir erwarten jedoch Unterschiede zwischen den Ländern, die auf (i) der Größe der betroffenen Dienstleistungssektoren, (ii) der sanitären Situation, die die Strenge und Dauer der Sperren beeinflusst, (iii) der Außenhandelsstruktur und (iv) dem unmittelbaren wirtschaftspolitischen Spielraum beruhen.

Infolgedessen prognostizieren wir, dass das regionale BIP im vierten Quartal um etwa -4,4% q/q schrumpfen wird, so dass sich der Rückgang für das Gesamtjahr 2020 auf -5,0% belaufen wird.

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