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Die Welt bewegt sich Richtung Osten - und zwar schnell

18. Januar 2021 - Die Covid-19-Krise könnte die Verschiebung des globalen Gleichgewichts in Richtung Asien beschleunigen. Wir haben das weltwirtschaftliche Gravitationszentrum (WECG) berechnet und festgestellt, dass es sich seit 2002 nach Osten in Richtung Asien bewegt. Da sich der asiatisch-pazifische Raum schneller von der Covid-19-Krise erholen wird, könnte sich diese Verschiebung um das 1,4-fache schneller vollziehen als bisher erwartet. Wir prognostizieren, dass sich das WECG bis 2030 im Bereich des Zusammenflusses von China, Indien und Pakistan befinden könnte. Im Vergleich dazu lag es bis 2007 im Atlantischen Ozean.

China ist ein relativer Gewinner in der Welt nach Covid-19, da sein BIP zwei Jahre über dem der entwickelten Volkswirtschaften liegt (verglichen mit dem langfristigen Pfad vor der Krise). China hat den Covid-19-Schock früher als der Rest der Welt überwunden, und die Behörden planen bereits für die langfristige Zukunft. In der Tat erwarten wir nun, dass China 2030 zum US-BIP aufschließen wird, anstatt 2032, wie noch Ende 2019 erwartet.

Dieser Kontext wird zusammen mit Freihandelsabkommen dazu beitragen, die Handelsintegration im asiatisch-pazifischen Raum zu stärken. Der intraregionale Handel macht einen großen Anteil am Gesamthandel der Region aus (74 % im Durchschnitt der 2010er Jahre), und die relativ hohe Komplementarität des Handels zwischen den Volkswirtschaften deutet darauf hin, dass diese Situation wahrscheinlich anhalten wird. Die kürzlich unterzeichnete Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft sendet ein starkes Signal zugunsten einer fortgesetzten und verstärkten Handelsintegration in der Region.

Welche Länder würden am meisten von einer weiteren regionalen Handelsintegration profitieren? China, Südkorea, Singapur und Japan. Betrachtet man die Exportspezialisierung und -wettbewerbsfähigkeit sowie die Handelskomplementarität innerhalb der Region, so stellt man fest, dass die Exporte von China, Südkorea, Singapur und Japan besonders wettbewerbsfähig sind und sich mit dem Rest der Region ergänzen. China und Japan weisen in den weltweit meistgehandelten Sektoren eine deutlich höhere Wettbewerbsfähigkeit auf.

Was bedeutet das für politische Entscheidungsträger und Unternehmen? Die Herausforderung wird darin bestehen, dieses sich allmählich verschiebende Gleichgewicht in der Weltwirtschaft und insbesondere die Rivalität zwischen den USA und China zu navigieren. Für viele Volkswirtschaften (z.B. die EU) wird es darum gehen, eine Handelsstrategie mit Asien zu definieren und gleichzeitig die Allianz mit den USA zu bewahren. Unternehmen sollten auf das potenziell unterschiedliche Wettbewerbsumfeld in den verschiedenen Regionen achten, da Handelsabkommen im asiatisch-pazifischen Raum manchmal weniger restriktive Standards haben. Aus sektoraler Sicht ist eine weitere Handels- und Investitionsintegration bei mechanischen Geräten und elektrischen Ausrüstungen in Asien zu erwarten.

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