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Chip-Knappheit stärkt Preissetzungsmacht der Autohersteller in Europa

27. Juli 2021 – Eine noch nie dagewesene und sich verschärfende Materialknappheit, insbesondere bei Halbleitern, führt zu einem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage im europäischen Automobilsektor, das bis zum ersten Halbjahr 2022 anhalten könnte. Damit bietet sich den Automobilherstellern eine einmalige Gelegenheit, die Preise nach fast 20 Jahren der Beschränkungen um 3 bis 6 % anzuheben.

In der ersten Hälfte dieses Jahres profitierte die Nachfrage nach Neufahrzeugen in Europa von der großen Wiedereröffnung: Die Neuzulassungen stiegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um +25,2 % auf fast 5,4 Mio. Pkw (+1,354 Mio. Einheiten), wobei in den meisten Ländern, vor allem in den vier wichtigsten Märkten, ein deutlicher zweistelliger Anstieg zu verzeichnen war (+14,9 % in Deutschland, +28,9 % in Frankreich, +51,4 % in Italien und +34,4 % in Spanien).

Diese Verbesserung reicht noch nicht aus, um das Vorkrisenvolumen zu erreichen, da im ersten Halbjahr 2019 6,916 Mio. Pkw (d. h. +1,553 Mio. Einheiten) verzeichnet wurden. Dennoch hat sie bereits spürbar zur Verbesserung der Stimmung in der Branche beigetragen, wie aus den Eurostat-Unternehmenserhebungen zu produktionshemmenden Faktoren hervorgeht. Demnach verzeichnete der Faktor "Nachfrage" im zweiten Quartal 2021 einen starken Rückgang von den hohen Werten im zweiten und dritten Quartal 2020 auf das Niveau des ersten Halbjahres 2019, d. h. unter den langfristigen Durchschnitt.