Was ist eine Warenkreditversicherung?

Sprechen Sie uns an!

Warenkreditversicherungen schützen Unternehmen vor unbezahlten Rechnungen bzw. offenen Forderungen. Sie sichern den Cashflow eines Unternehmens und senken Exportrisiken.

Auf der ganzen Welt funktionieren viele Geschäfte nach dem gleichen Prinzip: Ein Kunde gibt eine Bestellung auf, ein Unternehmen liefert das gewünschte Produkt, stellt eine Rechnung mit einem bestimmten Zahlungsziel, und der Kunde bezahlt seine Rechnung nach Erhalt der Ware. Das heißt: Das Unternehmen geht mit seiner Lieferung in Vorleistung und gibt seinem Kunden damit einen Kredit – nämlich in Form einer Ware, die dieser erst nach Lieferung bezahlen muss. Alleine in Deutschland belaufen sich diese sogenannten Lieferantenkredite auf jährlich ca. 340 Milliarden Euro.

Der Lieferant geht also ins Risiko und macht seine Liquidität vom Zahlungsverhalten seiner Kunden abhängig. Wird eine Rechnung zu spät oder gar nicht bezahlt, kann das schwerwiegende Auswirkungen haben. Je nach Höhe der ausstehenden Forderung kann ein Unternehmen dann sogar in der eigenen Existenz bedroht sein. Und selbst wenn nicht, ist ein solcher Forderungsausfall oft nur schwer zu kompensieren. Investitionen müssen verschoben werden, die Rentabilität sinkt und die Liquidität leidet stark.

Jedes Unternehmen, das eine Ware liefert oder eine Dienstleistung auf Rechnung erbringt, sollte daher das Risiko einer unbezahlt bleibenden Forderung beachten und gegebenenfalls absichern.

Eine Warenkreditversicherung (auch Kreditversicherung, Kreditausfallversicherung oder Forderungsausfallversicherung) tut genau das: sie bietet Schutz vor Forderungsausfällen im In- und Ausland und sichert Lieferanten für den Fall ab, dass ein Firmenkunde Waren oder Dienstleistungen nicht bezahlt. Im Falle eines Forderungsausfalls (zum Beispiel bei Insolvenz eines Kunden oder bei Nichtzahlung) ersetzt die Warenkreditversicherung die ausstehende Forderungssumme abzüglich eines minimalen Selbstbehaltes.

Wie funktioniert eine Warenkreditversicherung?
Zunächst überprüft der Kreditversicherer die Bonität des Abnehmers. Dafür greift er auf verschiedenste Informationsquellen zurück (Wirtschaftsauskunfteien, Bankauskünfte, Veröffentlichungen im Bundesanzeiger, eigene Auskünfte, eigene Zahlungserfahrungen etc.). Liefert die Prüfung ein positives Ergebnis, gewährt der Kreditversicherer die versicherungstechnische Deckungszusage in einer bestimmten Höhe („Limit“). Bis zur Höhe dieses Limits sind die offenen Forderungen des Versicherungsnehmers aus Lieferungen und Leistungen versichert. Der Versicherungsfall tritt ein, wenn der Abnehmer zahlungsunfähig wird oder in Zahlungsverzug gerät.

Welche Arten von Warenkreditversicherungen gibt es?

Die Warenkreditversicherung bietet heute eine Vielzahl von weltweiten Lösungen. Es gibt dabei sowohl spezielle Lösungen für Branchen als auch Absicherungsmöglichkeiten für Projekte mit besonders langen Kreditlaufzeiten.

Bei der Kreditversicherung sind folgende Formen zu unterscheiden:
- Warenkreditversicherung: Sichert Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ab
- Investitionsgüterkreditversicherung: Sichert das Risiko von Zahlungszielen ab, die länger als sechs Monate sind
- Hermes-Bürgschaft oder Hermesdeckung: Exportkreditgarantie der Bundesrepublik Deutschland zur Absicherung politischer Risiken

Euler Hermes bietet Warenkreditversicherungen für jede Unternehmensgröße an – vom Start-up über den Mittelständler bis hin zum Großkonzern mit internationalen Handelsbeziehungen.

Was kostet eine Warenkreditversicherung?
Bei der Warenkreditversicherung gibt es keine Standard-Police, da hier eine Reihe von Faktoren eine Rolle spielen: die Größe des eigenen Unternehmens, die Branche bzw. der Markt sowie das mit den Kunden verbundene Risiko. Die meisten Warenkreditversicherungen werden daher auf die Situation und die Bedürfnisse des zu versichernden Unternehmens zugeschnitten.

Die Prämie berechnet sich in Promille vom Umsatz bzw. offenen Posten. In die Kalkulation des Prämiensatzes fließen neben der allgemeinen konjunkturellen Lage auch unternehmensspezifische Faktoren mit ein, z. B. die eigene Branche, die Abnehmerbranche, der Exportanteil, die Qualität des eigenen Debitorenmanagements, Forderungsverluste in der Vergangenheit etc.

Welche Vorteile hat eine Warenkreditversicherung?
Der Schutz von Forderungen bzw. offenen Rechnungen ist nur ein Teil der Leistung, die eine Warenkreditversicherung erbringt. Eine Warenkreditversicherung bedeutet immer auch die Einführung eines professionellen Forderungsmanagements in Ihrem Unternehmen.

Daraus ergeben sich viele Vorteile:

  • Unternehmen können ihren Kundenstamm erweitern, da sie dank ihrer abgesicherten Forderungen günstigere Zahlungsbedingungen anbieten können und auf potenzielle Kunden attraktiv wirken
  • Unternehmen können neue Märkte leichter erschließen, da Sie dank des Versicherungsschutzes mit geringem Risiko agieren
  • Unternehmen können bessere Beziehungen zu ihren Lieferanten aufbauen, da der Cashflow garantiert ist
  • Unternehmen können bessere Beziehungen zu ihren Kunden aufbauen dank besserer Zahlungs- und Kreditbedingungen
  • Unternehmen erhalten leichter Zugang zu eigenen Krediten und Finanzierungslösungen, da Banken auf ihre Liquidität vertrauen können
  • Anforderungen des Risikomanagements von Stakeholdern oder des Vorstands können erfüllt werden
  • Es ergeben sich steuerliche Vorteile, da eine Warenkreditversicherung eine steuerlich absetzbare Unternehmensdienstleistung ist

Sie möchten sich zum Thema Warenkreditversicherung beraten lassen oder haben eine Frage? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 


Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne an.
Telefon: 040 / 8834 35 36   |   E-Mail: info.de@eulerhermes.com

Sprechen Sie uns an!

EH NEWS - Immer auf dem Laufenden bleiben mit dem Newsletter von Euler Hermes!

Newsletter bestellen