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Covid-19: Wie Sie Ihr Unternehmen vor steigenden Insolvenzrisiken schützen können

Mit der Covid-19-Epidemie und der plötzlichen Verlangsamung der Weltwirtschaft ist das Thema Zahlungsverzug und Insolvenzrisiko wieder stark in die Wirtschaftsnachrichten zurückgekehrt. Der Cashflow vieler Unternehmen hat erheblich gelitten, und die Krise ist noch lange nicht vorbei: Die Pandemie ist noch nicht unter Kontrolle und stellt nach wie vor ein hohes Insolvenzrisiko für die anfälligsten Unternehmen - und nicht nur für KMU - dar. 

Eine historische globale Rezession 

Mit dem Aufkommen von Covid-19 Anfang 2020 erlebte die Weltwirtschaft eine beispiellose Verlangsamung: In fast allen Ländern legten Eindämmungsmaßnahmen ganze Wirtschaftssektoren für mehrere Wochen lahm.

Unsere jüngsten Prognosen gehen für 2020 von einem Rückgang des Volumens des weltweiten Handels mit Waren und Dienstleistungen um 13% aus.

Wir sind in die zweite Phase der Epidemie eingetreten, in der die Restriktionen nun zielgerichteter sind und vor allem bestimmte Sektoren (Hotels, Restaurants, Verkehr...) betreffen. Dennoch ist der Schaden für den Cashflow vieler Unternehmen aufgrund von Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfällen bereits jetzt beträchtlich, unabhängig von Branche und Größe.

Der Cash-Flow der Unternehmen

Covid-19 hat einen unmittelbaren und beunruhigenden Einfluss auf die Zahlungsfähigkeit vieler Unternehmen, indem es sich sehr kurzfristig mit einem plötzlichen und brutalen Umsatzrückgang direkt auf deren Cashflow auswirkte.

Es gibt auch einen Domino-Effekt: Die Zahlungsverzögerungen Ihrer Kunden können Ihre eigene Fähigkeit, die Rechnungen Ihrer Lieferanten zu bezahlen, beeinträchtigen. Die gesamte Wertschöpfungskette kann durch den Ausfall eines Unternehmens plötzlich in Gefahr geraten.

Und zwar sind Unternehmen aller Größen betroffen, nicht nur KMU, die traditionell diesem Risiko ausgesetzt sind. In bestimmten Sektoren wie der Luftfahrt kann der Ausfall eines großen Marktführers schwerwiegende Folgen für ein ganzes Ökosystem von Subunternehmern haben. 

Unsere Daten zeigen, dass es seit Anfang des Jahres alle 20 Stunden eine größere Insolvenz gegeben hat. 

In unserer globalisierten Wirtschaft sind die Wertschöpfungsketten immer komplexer und vernetzter geworden. Durch ihre Internationalisierung sind die Unternehmen immer anfälliger für die globale Wirtschaftslage insgesamt und für das Insolvenzrisiko geworden.  

Der Rückgang der Handelskredite 

Angesichts eines solchen Mangels an Planungssicherheit in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten und künftige politischen Maßnahmen zögern viele Unternehmen heute, ihren Kunden Handelskredite anzubieten, aus Angst, uneinbringliche Forderungen zu riskieren.

Für viele Unternehmen, deren Betriebskapital von Zahlungsaufschüben abhängt, ist dies eine wichtige Quelle für kurzfristige Finanzierungen, die verschwindet, und eine ganze Geschäftsstrategie, die neu gestaltet werden muss.

2021, ein Jahr mit hohem Risiko 

Die Regierungen haben die Bedeutung des Themas voll erkannt und eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung des Insolvenzrisikos eingeleitet. Zu diesen Maßnahmen gehören Steuerstundungen, Kürzungen oder Rückzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen, Bürgschaften, staatliche Darlehen oder auch Schuldenmoratorien.

Es wurden auch einige Lockerungsmaßnahmen zur Vermeidung von Konkursanmeldungen ergriffen, wie z.B. Moratorien, oder die Anhebung der Schwelle für unbezahlte Schulden, um eine Insolvenzanmeldung einzuleiten.

Die Gefahr ist jedoch noch lange nicht gebannt, und 2021 dürfte ein weiteres Rekordjahr für Unternehmensinsolvenzen werden.

Der Euler Hermes Global Insolvency Index prognostiziert für 2021 einen Anstieg der Zahl der Insolvenzen weltweit um +31% gegenüber 2019.

Wie Sie Ihr Unternehmen schützen können 

Die Einführung einer effizienten Risikomanagementpolitik ist unerlässlich, um die schlimmsten Szenarien zu vermeiden:

- Gutes Cash-Flow-Management ist entscheidend: Überwachen Sie stets Ihre Cash-Flow-Position und passen Sie Ihre Handelskreditprozesse entsprechend an - Tipps und Ratschläge finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber "So schützen Sie Ihren Cashflow".

- Prüfen Sie, mit wem Sie es zu tun haben: Stellen Sie sicher, dass Sie die Kreditwürdigkeit Ihres Kunden bewertet und klare und angemessene Zahlungsbedingungen für Rechnungen ausgehandelt haben.  

- Rüsten Sie sich für den Umgang mit verspäteten Zahlungen: Investitionen in effiziente Zahlungsüberwachungs- und -eintreibungsprozesse können sich als sehr nützlich erweisen, wenn sich die Dinge schlecht entwickeln.

- Lernen Sie zu erkennen, wann ein Kunde kurz vor der Pleite steht: Mehrere Warnzeichen können Ihnen helfen, zu reagieren, bevor es zu spät ist.

In einer solch gefährlichen Zeit kann eine Warenkreditversicherung auch einen zuverlässigen Schutz vor möglichen Insolvenzen bieten: Ein Teil Ihrer Forderungen kann versichert und im Falle eines Forderungsausfalls entschädigt werden.

Die Epidemie hat das Insolvenzrisiko und die Frage des Zahlungsverzugs wieder in den Vordergrund gerückt. Während es den Regierungen trotz einer Rekordzahl von Unternehmensinsolvenzen gelungen ist, den Schaden im Jahr 2020 zu begrenzen, wird 2021 mit der Erschöpfung der Stützungspolitik und den längerfristigen Auswirkungen der aktuellen Rezession ein Jahr mit hohem Risiko sein. Der Schutz Ihres Unternehmens durch ein gutes Cash-Flow-Management ist wichtiger denn je, um Ihr zukünftiges Wachstum zu sichern.

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