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Euler Hermes Global Insolvency Index 2018: Steigende Insolvenzen in Großbritannien und China

  • Unternehmens-Insolvenzen 2018 weltweit mit minus 1% leicht rückläufig
  • Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz sind 2017 um 21% gestiegen
  • Stärkster Insolvenz-Anstieg 2018 für China und Großbritannien erwartet


Hamburg, 6. März 2018 – In seinem „Global Insolvency Index“ prognostiziert der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes jährlich die Insolvenzentwicklung in 43 Ländern. Nachdem der globale Insolvenztrend nach sieben Jahren mit rückläufigen Zahlen 2017 eine kurze Pause eingelegt hat (+1%), wird in diesem Jahr wieder ein weltweiter Insolvenzrückgang um 1% erwartet. Doch in jedem zweiten Land ist die Zahl der Unternehmenskonkurse nach wie vor höher als im Krisenjahr 2007.

Ludovic Subran, Chefvolkswirt bei Euler Hermes, erläutert die Entwicklung: „Die Stabilisierung der Insolvenzen insgesamt signalisiert uns, dass das Kreditrisiko mit der konjunkturellen Erholung zurückkehrt. Aber es bleiben regionale Unterschiede. Vor allem das Umfeld in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Großbritannien sollte genau beobachtet werden. Außerdem nimmt die Zahl der Großinsolvenzen rapide zu und die Folgen der digitalen Disruption, vor allem im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel, können schnell auf andere Branchen überspringen.“

Deswegen mahnt auch Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes DACH, zur Vorsicht: „Auch in Deutschland gehen wir in diesem Jahr wieder von sinkenden Insolvenzen um 4% aus. Aber auch wenn derzeit keine Wolke den blauen Wirtschaftshimmel zu trüben scheint, müssen Firmenlenker wach und aufmerksam bleiben. Das betrifft nicht nur das Auslandsgeschäft, denn auch in Deutschland sind die Konkurszahlen von Großunternehmen 2017 auf 37 Fälle angestiegen. Jede Konzerninsolvenz kann ein weiteres Unternehmen in der Wertschöpfungskette sehr schnell selbst betreffen.“

China: Verlangsamtes Wachstum führt zu stärkstem Insolvenzanstieg weltweit
Nach einem signifikanten Anstieg der Insolvenzquote um 35% im vergangenen Jahr dürften die Insolvenzen in China laut der Prognose von Euler Hermes auch 2018 zum fünften Mal in Folge weiter steigen. Mit einer prognostizierten Quote von +10% führt China das globale Ranking mit dem höchsten Insolvenzanstieg an. Aufgrund der Wachstumsverlangsamung gehen die Experten davon aus, dass die Insolvenzen in Asien insgesamt zunehmen.

Großbritannien: Brexit lässt Insolvenz-Prognose hochschnellen
Im Brexit-Vorfeld leiden Importeure und Verbraucher in Großbritannien unter steigenden Rohstoffkosten und einem schwächeren Pfund. Euler Hermes prognostiziert für das Jahr 2018 in diesem Umfeld einen Insolvenz-Anstieg um 8%. Damit gilt das Land als Ausnahme in Westeuropa, wo in den meisten Ländern aufgrund der konjunkturellen Erholung und der günstigen monetären Rahmenbedingungen entweder ein Rückgang oder eine Stabilisierung der Insolvenzen erwartet wird.

Digitale Disruption wirkt sich auf wichtige Wirtschaftszweige aus Trotz der Wiederbelebung von globalem Wachstum und Handel leiden immer mehr inländische Wirtschaftszweige unter dem Ausfall großer Unternehmen. Im Jahr 2017 waren Großinsolvenzen um 21% angestiegen, besonders in den Branchen Dienstleistungen, Einzelhandel, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie im Baugewerbe. Treiber dieser Entwicklung, durch die auch die Risiken für die Lieferanten steigen, sind der intensive Wettbewerb und die digitale Disruption.

Die vollständige Studie finden Sie auf:
http://www.eulerhermes.com/economic-research/publications/Pages/insolvencies-fewer-cases-bigger-crashes.aspx?postID=1342


Pressekontakt:

Euler Hermes Deutschland (Hamburg)
Stefanie Waldeck
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)40 8834-1033
stefanie.waldeck@eulerhermes.com