Euler Hermes schützt Spediteure mit Branchenpolice gegen Zahlungsausfälle und Mindestlohnansprüche

04.06.2015
 
  • Warenkreditversicherung „Transport“: speziell auf Anforderungen von Spediteuren zugeschnitten
  • Transportpolice bietet Pauschalabsicherung von vielen Einmalkunden bei kleineren Aufträgen
  • Kurze Selbstprüfung bei größeren Aufträgen für schnelle und effiziente Abwicklung und größtmögliche Flexibilität
  • Möglichkeit der Absicherung von Mindestlohnansprüchen und Verstößen gegen das Mindestlohngesetz ; Minimierung der Haftung für Subunternehmer
  • Onlinetool: alle Risiken im Blick; 24 Stunden am Tag Zugriff auf 40 Millionen Unternehmensdaten

Hamburg, 4. Juni 2015 – Der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes bietet Spediteuren künftig maßgeschneiderte Sicherheit in drei Bereichen. Mit einer speziell auf die Anforderungen der Transportbranche zugeschnittenen Versicherungspolice schützt Euler Hermes Logistikunternehmen gegen Zahlungsausfälle. Auch gegen Betrug, Veruntreuung und Hackerschäden bietet der Kreditversicherer eine spezielle Vertrauensschadenversicherung (VSV) für Spediteure an, die unter anderem auch vorsätzliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz (MiLoG) absichert. Die dritte Säule ist die Möglichkeit einer Bürgschaftsabsicherung von Subunternehmern, um etwa Mindestlohnansprüche über Avale abzusichern.


Anforderungen der Spediteure: Absicherung vieler Einmalkunden, Vor- und Nachlaufdeckung
„Spediteure kämpfen mit einem hohen Preis- und Wettbewerbsdruck – viele Klein- und Kleinstunternehmen erreichen teilweise kaum eine Marge von 1% und kämpfen deshalb häufig ums Überleben“, sagte Jonas Müller, Leiter Produktentwicklung bei Euler Hermes. „Hinzu kommen steigende Kosten durch den Mindestlohn, die nach unseren Einschätzungen im kommenden Jahr zu steigenden Insolvenzzahlen führen werden. Deshalb nimmt der Risikotransfer für Spediteure eine immer größere Rolle ein. Dafür haben wir nun eine Branchenpolice entwickelt, die die speziellen Anforderungen der Transportbranche berücksichtigt. Größtmögliche Flexibilität und Schnelligkeit sind für Spediteure ebenso wichtig wie die Möglichkeit der Absicherung von vielen Einmalkunden und die Berücksichtigung transportspezifischer Risiken wie etwa eine Vor- und Nachlaufdeckung inklusive aller Abgaben bei grenzüberschreitenden Transporten.“


Im Handumdrehen auf der sicheren Seite: Pauschaldeckung ohne vorherige Kreditanfrage
Die neue Euler Hermes Transportpolice beinhaltet eine pauschale Absicherung, eine sogenannte „Blinddeckung“, von Kleinaufträgen bis 10.000 Euro. Für diese Aufträge gelten auch reduzierte Meldepflichten: Rücklastschriften müssen erst dann gemeldet werden, wenn nach 10 Tagen keine Zahlung eingegangen ist. Das spart Verwaltungsaufwand und Zeit und wirkt sich auf die Kundenbeziehung positiv aus.

Für den Spediteur hat die pauschale Deckung zudem den Vorteil, dass er sofort eigenständig entscheiden und Aufträge annehmen kann mit dem Wissen, dass diese Leistungen gegen Zahlungsausfälle abgesichert sind – ohne zusätzliche Auskunftskosten oder Aufwand. Auch bei größeren Aufträgen bis 25.000 Euro greift die Transportpolice nach einer kurzen Selbstprüfung durch das Logistikunternehmen: Es muss lediglich nachweisen, dass der Kunde in den vergangenen 12 Monaten seine Rechnungen bezahlt hat oder einen positiven Nachweis einer Wirtschaftsauskunftei vorlegen können. Sogar die Vorlaufdeckung ist inklusive mit allen anfallenden Zöllen und Gebühren sowie eine Nachlaufdeckung von 30 Tagen. Aufträge über 25.000 Euro sind ebenfalls versichert, hier muss der Spediteur eine Kreditanfrage stellen und Euler Hermes überprüft die Bonität des Abnehmers.


Online alle Risiken im Blick: 24 Stunden am Tag Zugriff auf 40 Millionen Unternehmensdaten
Das Online-Tool „SmartView“ ist ebenfalls Teil der maßgeschneiderten Branchenversicherung. Spediteure haben darüber Zugriff auf die weltweite Euler Hermes Datenbank, die weltweit die Bonität von mehr als 40 Millionen Unternehmen überwacht, allein drei Millionen Firmen davon in Deutschland. Dadurch hat das Logistikunternehmen zu jeder Zeit einen genauen Überblick und aktuelle Bonitätsinformationen seines gesamten Kundenportfolios. Der Spediteur kann so Risiken besser abwägen bei seinen unternehmerischen Entscheidungen.


Unkalkulierbare Haftungsrisiken bei Verstößen von Subunternehmen gegen Mindestlohngesetz
Als weitere Absicherungsbausteine für die Transportbranche bietet Euler Hermes eine Vertrauensschadenversicherung an, die Unternehmen vor Betrug, Veruntreuung, Geheimnisverrat und Hackerschäden durch die eigenen Mitarbeiter oder externe Dritte schützt – auch bei Verstößen gegen das Mindestlohngesetz.

„Das neue Mindestlohngesetz stellt insbesondere Speditionen, die mit Subunternehmern arbeiten, vor nicht kalkulierbare Haftungsrisiken“, sagte Müller. „Das Gesetz garantiert in Deutschland tätigen Arbeitnehmern einen Stundenmindestlohn von 8,50 Euro. Zahlen die Subunternehmen den gesetzlichen Mindestlohn nicht, haftet jedoch der Auftraggeber dafür und muss im Zweifelsfall für die Differenz aufkommen. Deshalb ermöglichen wir Transportunternehmen neben dem Schutz vor Zahlungsausfällen ihrer Kunden auch die Minimierung der Haftungsrisiken. Subunternehmer können Mindestlohnansprüche aber über eine Bürgschaft auch selbst absichern – und sich so beim Auftraggeber einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.“


Versicherungsprämie: abhängig von Bonität, Branchen-, Länderrisiken, Selbstbehalt
Die Höhe der Versicherungsprämie wird auf individueller Basis kalkuliert und ist von zahlreichen Faktoren abhängig, insbesondere von der Bonität, dem Branchen- und Länderrisiko des Abnehmers. Aber auch die Höhe der gewünschten Versicherungssumme und des Selbstbehalts oder der Einschluss von politischen Risiken beeinflussen den Preis für den Versicherungsschutz. Bei guter Bonität kann die Prämie deshalb beispielsweise bei 0,1% der jährlichen Umsätze liegen, bei höheren Risiken jedoch auch bei 0,4%.


Rechenbeispiel: € 5 Mio. mehr Umsatz notwendig, um Schaden von €100.000 zu kompensieren
Bereits kleine Schäden reißen oft ein großes Loch in die Kassen von Unternehmen. Eine Spedition erbringt beispielsweise eine Transportdienstleistung in Höhe von 100.000 Euro und die Zahlung des Auftraggebers fällt aus. Bei einer Gewinnmarge von 2% müsste das Logistikunternehmen 5 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz machen, um den entstandenen Schaden auszugleichen. Das ist für viele Speditionen binnen eines Jahres unmöglich und kann im schlimmsten Fall zur Existenzbedrohung werden.

Für 2015 erwartet Euler Hermes für die deutsche Transportbranche zwar eine leichte Erholung, vor allem durch den positiven Effekt des niedrigen Ölpreises. 2016 geht der führende Kreditversicherer allerdings von wieder leicht ansteigenden Insolvenzzahlen aus 1.740 Fälle (2015: 1.690 Fälle). Die Transportbranche verzeichnet im Vergleich zu ihrem Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5% überproportional viele Insolvenzen. 7,2% aller Insolvenzen in Deutschland entfallen laut der Prognose von Euler Hermes im laufenden Jahr auf die Branche, 2016 gehen die Ökonomen von 7,5% aus.

 

 

> Die vollständige Studie zum deutschen Straßentransport

 

 

Grafik: Insolvenzen im deutschen Transportsektor
 
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Pressekontakt:
Euler Hermes Deutschland, (Hamburg)
Antje Stephan
Pressesprecherin
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