Protektionismus: Steuern auf Zitronensäure in Kasachstan oder Reisimportverbot in Gambia – Euler Hermes zählt 800 Handelsbarrieren weltweit

23.06.2015
 

Hamburg, 23. Juni 2015 – „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen, wer hat aus meinem Gläschen getrunken?“ Wie die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen mögen es auch zahlreiche Staaten nicht, wenn man von ihrem Tellerchen nascht. Sie versuchen sich mit protektionistischen Maßnahmen gegen Schneewittchens Appetit zu schützen. Über 800 neue Handelsbarrieren zählt der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes seit Anfang 2014 – Tendenz steigend. Insbesondere die aufstrebenden Schwellenländer haben etwas dagegen, wenn Naschkatzen versuchen, Leckerbissen von ihrem Teller zu stibitzen.


Russland bei Protektionismus vor Indien, TTIP wäre größte Handelsbarriere – für Afrika und Asien
„Spitzenreiter ist eindeutig Russland mit sage und schreibe 96 protektionistischen Maßnahmen“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Angesichts der zahlreichen Sanktionen verwundert dies kaum. Indien folgt jedoch nur knapp dahinter mit 93 Schutzmaßnahmen vor Brasilien (55) auf Platz drei, Indonesien (38), Südafrika (29), China (27), Argentinien (23), Vietnam (23), Mexiko (13) und der Türkei. Bei den Handelshemmnissen ist von der Erhebung von Zöllen bis zur Einführung unterschiedlicher Normen und Richtlinien für bestimmte Waren alles dabei. Die meisten sind so speziell, dass sie nur wenigen bekannt sind – in der Regel nur den betroffenen Unternehmen. Wer kennt schon das Importverbot für Reis in Gambia oder die Steuern, die in Kasachstan auf chinesische Zitronensäure anfallen? Wenn es umgesetzt wird, wäre übrigens das TTIP die weltweit größte Handelsbarriere – denn derzeit würde es Afrika und Asien ausschließen vom Buffet der europäisch-amerikanischen Delikatessen.“


Preisdruck-Soufflé, Protektionismus-Geschnetzeltes und Zahlungsausfalltörtchen hemmen Export
Die Handelsbarrieren bremsen den weltweiten Export, zusammen mit den negativen Preiseffekten durch vielerorts deflationäre Tendenzen. 2015 wachsen Exporte nominal nur leicht um +1,8% – in enger Abstimmung mit anderen Hemmnissen:

„Auf dem Menü des weltweiten Exports stehen als Vorspeise Preisdruck-Deflations-Soufflé, Protektionismus-Geschnetzeltes als Hauptgang und zum Dessert Zahlungsausfalltörtchen“, sagte Subran. „560 Milliarden US-Dollar an Umsatz entgehen dem weltweiten Export 2015 durch dieses Menü aus bösen Zollüberraschungen, ansteigenden Zahlungsfristen, die sich unter die politischen Risiken mischen. Nur in einigen wenigen Drei-Sterne-Restaurants darf sich Schneewittchen auch mal vom Nachbarteller bedienen. Ihr Schlaraffenland liegt beispielsweise in Kolumbien, Polen, den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort gibt es keine exzessiven Handelsbarrieren und die Importe wachsen dank guter volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich – es ist eben doch alles Geschmackssache, der Appetit kommt beim Essen – auch beim Export.“

 

 

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