Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Gabriel: Euler Hermes vergibt Wirtschaftspreis für beste Finanzkommunikation im Mittelstand

13.05.2014
 
  • GE Capital, Commerzbank, Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie Ruhr-Universität Bochum sind Partner der Euler Hermes Auszeichnung
  • Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel übernimmt Schirmherrschaft: „Gute Finanzkommunikation ist eine Investition in die Zukunft sowie Grundlage für ausreichende Finanzmittel und Wachstum im Mittelstand.“
  • Ausgezeichnet werden nicht-börsennotierte Mittelständler mit einer transparenten und vertrauensvollen Kommunikation zu ihren Geldgebern
  • Lästige Pflicht oder gewinnbringende Kür? Bedürfnisse und Anforderungen von Firmen und Kreditgebern klaffen bei der Finanzkommunikation teilweise weit auseinander, Banken prüfen Kreditvergabe seit Inkrafttreten von Basel III noch kritischer.

Hamburg, 13. Mai 2014 – Bankenkredite spielen bei der Unternehmensfinanzierung mittelständischer Firmen eine entscheidende Rolle. Sowohl bei der Kreditvergabe selbst als auch während der Laufzeit des Darlehens ist die transparente, proaktive Kommunikation von Finanzkennzahlen, Unternehmensplanung und -strategie das A und O. Euler Hermes, GE Capital und die Commerzbank vergeben deshalb im Jahr 2014 zum siebten Mal in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Ruhr-Universität Bochum einen Preis für die beste Finanzkommunikation im Mittelstand. Schirmherr der Auszeichnung ist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Die Teilnahme richtet sich an mittelständische, nicht-börsennotierte Unternehmen, die eine vorbildliche und transparente Kommunikation zu ihren Kreditgebern pflegen.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel: „Gute Kommunikation ist eine Investition in die Zukunft.“
„Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Kleine und mittlere Unternehmen erwirtschaften mehr als jeden zweiten Euro und stellen über die Hälfte aller Arbeitsplätze in Deutschland. Glücklicherweise beurteilen die Unternehmen derzeit ihre Geschäftslage so gut wie seit langem nicht mehr“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. „Damit sich dieser positive Trend fortsetzt, ist es wichtig, dass die Unternehmen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Eine gute Beziehung zwischen Bank und Unternehmen ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung für den nachhaltigen Geschäftserfolg. Gute Finanzkommunikation stellt eine Investition in die Zukunft dar, die sich gerade dann auszahlt, wenn die Finanzierungssituation wieder schwieriger wird. Deshalb unterstütze ich diesen Wirtschaftspreis mit meiner Schirmherrschaft.“

Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert, die Veranstalter zeichnen dabei Unternehmen in drei Kategorien aus: Neugründungen und Firmen mit bis zu 10 Mio. Euro Jahresumsatz, Unternehmen mit 10-100 Mio. Euro Jahresumsatz sowie Firmen mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz pro Jahr. Die Ausschreibung läuft bis zum 9. Juli 2014. Anschließend bewertet eine Jury aus Vertretern der Partner der Initiative die Einreichungen und prämiert die Gewinner, die am 22. Oktober 2014 in Ludwigshafen am Rhein ausgezeichnet werden.

In guten wie in schlechten Zeiten: vertrauensvolle, transparente Kommunikation sichert Liquidität
„Unternehmen und Geldgeber arbeiten oft noch nicht partnerschaftlich zusammen. Die Kommunikation ist eine Pflicht, bei der Bedürfnisse und Anforderungen beider Seiten häufig weit auseinander gehen“, sagte Ulrich Nöthel, Mitglied des Vorstands bei Euler Hermes. „Viele mittelständische Unternehmen sind in ihrer Kommunikation immer noch zu zurückhaltend. Sie wollen nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich preisgeben. Die Kreditgeber hingegen fühlen sich oft nicht ausreichend informiert. Bleiben Fragezeichen bei den Banken, sind sie entsprechend vorsichtig bei der Bereitstellung von Finanzmitteln, insbesondere seit Inkrafttreten von Basel III zu Jahresbeginn 2014. Um ihr Eigenkapital zu schützen, hinterfragen Banken ihr Kreditgeschäft seither noch kritischer. Der offene Dialog mit Kreditgebern erfordert zwar Mut, zahlt sich jedoch durch eine nachhaltige Unternehmensfinanzierung sowie eine jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung aus – in guten, vor allem aber auch in schwierigen Zeiten.“

Wertewandel bei mittelständischen Preisträgern: Transparenz lohnt sich
Die Preisträger für die beste Finanzkommunikation haben seit 2007 eindrücklich gezeigt, dass sich Transparenz lohnt: Als vertrauensvolle Partner kommunizieren sie kontinuierlich mit ihren Geldgebern, verstärkt auch in der Krise. Ihre transparente Finanzkommunikation war in vielen Fällen der wesentliche Faktor, dass die Firmen in einer Krise nicht nur die unveränderte Unterstützung der Hausbank hatten, sondern sogar noch erweiterte Finanzierungsoptionen erhielten. Ein solches Vertrauen müssen sich die Unternehmen jedoch erst erarbeiten.

Fördertechnikunternehmen Münstermann: „Bilanzen waren Heiligtümer und kamen in den Tresor.“
FiKomm-Preisträger im Jahr 2008 Bernd Münstermann vom gleichnamigen auf Trocknungsanlagen, Fördertechnik und Entstaubungsanlagen spezialisierten Unternehmen in Telgte-Westbevern hielt früher nicht viel davon, seine Unternehmensdaten an irgendjemanden herauszugeben: „Bilanzen waren Heiligtümer und kamen in den Tresor. Selbst die Banken haben höchstens Auszüge zu Gesicht bekommen“, sagte er. Das ging gut, bis er Verluste einfuhr – und die Banken unangenehme Fragen stellten. „Ich habe 2003 zum ersten Mal seit 25 Jahren ein Jahr lang rote Zahlen geschrieben und dabei gemerkt, dass es nichts bringt, der Bank etwas zu verheimlichen.“

Dies war Münstermann eine Lehre, in der Folge kommunizierte er Finanzkennzahlen transparent und proaktiv. Sein Lohn: Auch während der schweren Wirtschaftskrise 2009, in deren Folge sein Unternehmen einen empfindlichen Umsatzrückgang hinnehmen musste, konnte er sich voll auf das operative Geschäft konzentrieren. Das Vertrauen war da und er wusste, dass er sich um seine Finanzierungssicherheit nun nicht mehr sorgen musste.

Textilunternehmen Rösch: „Finanzpolitik erfordert gleiches Vertrauen wie bei Kinderbetreuung.“
Ähnlich vertrauensvoll gestaltet das familiengeführten Textilunternehmen Gerhard Rösch GmbH aus Tübingen seine Finanzkommunikation. „Mit dem Vertrauen in unsere Finanzpolitik ist es im Grunde nicht anders als beim Firmenkindergarten“, sagte Roswitha Müller vom Textilunternehmen Rösch. „Die Eltern können uns vertrauen, dass die Kinder gut betreut werden und am Nachmittag heil nach Hause kommen. Das übertragen wir eins zu eins auch auf die Finanzkommunikation. Das ist ein gelebtes Stück Einheit, ein vorgelebtes System.”

> Studie zu Faktoren und Anforderung bei der Finanzkommunikationen

> Ratgeber Finanzkommunikation

> Initiative und Preisverleihung „Beste Finanzkommunikation“

> Ausschreibungsunterlagen

> FiKomm Award: Übersicht Gewinner


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