Länderbericht Deutschland

Hausgemachtes Wachstum

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deutschland

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Allgemeine Informationen

Bruttoinlandsprodukt: USD 3.399,589 Milliarden (4. Platz, Weltbank 2012)
Bevölkerung: 81,89 Millionen (15. Platz, Weltbank 2012)
Staatsform: Bundesrepublik
Regierungsoberhaupt: Angela Merkel (CDU)
Nächste Wahl: Bundestagswahl 2017

Länderbewertung AA1kreis-geringes-risiko

Stärken

  • Herstellung und Export hochqualitativer Industrieprodukte
  • Relativ große Diversifizierung der Exporte (sowohl der Produkte wie auch der Partner)
  • Hohe Ausgaben für Innovation und F&E
  • Struktureller Außenwirtschaftsüberschuss
  • Gesunde öffentliche Finanzen
  • Starkes Verarbeitendes Gewerbe (1/4 des BIP)

Schwächen

  • Alternde Bevölkerung
  • Abhängigkeit von Nettoausfuhren
  • Relativ große Gefahr negativer Einflüsse aus dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine

Wirtschaftlicher Überblick

Starkes BIP-Wachstum in Q1 im Gegensatz zu mäßiger wirtschaftlicher Leistung 2013

2013 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum auf +0,5% infolge des unveränderten Investitionsrückgangs und der ungünstigen internationalen Handelsbedingungen. Die Konjunktur in Deutschland zog jedoch in Q1/2014 mit einem Anstieg des BIP-Wachstums auf +0,8% zum Vorquartal wieder an, basierend auf einer starken Binnennachfrage. Der private Konsum stieg um +0,7% und der Staatsverbrauch nahm um +0,4% zu. Hauptmotor des Wachstums war aber der deutliche Anstieg der Investitionen um +3,2%. Damit einher ging jedoch ein starker Rückgang der Auslandsnachfrage (das Exportwachstum verlangsamte sich auf +0,2%, während die Einfuhren um +2,2% anstiegen), was schließlich zu einem Rückgang des BIP-Wachstums um -0,9 Prozentpunkte (PP) führte. EH erwartet eine Fortsetzung dieses generellen Trends in 2014: Die Nettoexporte werden wahrschein-lich einen negativen Beitrag zum BIP-Wachstum leisten (-0,7 PP), aber ein starker Anstieg der Investitionen (+6,2%) sowie ein relativ robuster Privatkonsum (+1,5%) sollten ein Wirtschaftswachstum von +1,9% in diesem Jahr erlauben. Für 2015 erwarten wir, dass die Binnennachfrage weiterhin Hauptantriebskraft bleibt, während die Außenwirtschaft sich dank einer stärkeren Auslandsnachfrage neutral auf das BIP-Wachstum auswirkt.

Anstieg der Ausgaben der privaten Haushalte hat mehrere Gründe

2014 erwarten wir, dass die Binnennachfrage einer der Hauptwachstumstreiber sein wird (mit einem Beitrag zum Wachstum von +0,9 PP). Darauf deutet auch die Aufhellung des Verbrauchervertrauens in Q1/2014 (das Verbrauchervertrauen stieg laut Euro-stat von -2,2 Ende 2013 auf +2,3 im März, der GFK-Konsumklimaindex zog von 100,1 auf 102,8 an). Zudem spricht die sich stetig verbessernde Lage auf dem Arbeitsmarkt dafür (die Arbeitslosenquote ging in Q1/2014 auf 6,8% zurück), dass die privaten Haushalte mittelfristig immer weniger zurückhaltend sein werden, auch deshalb, weil die Löhne über die letzten zwei Jahre erheblich gestiegen sind. Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns im Frühjahr 2015 (8,50€/Stunde) sollte die Kaufkraft der Haushalte weiter stärken.

Positiver Ausblick für den privaten Sektor

Die meisten Geschäftsklimaindikatoren verbesserten sich seit Anfang des Jahres, obwohl einige im Mai leicht stockten. Die industrielle Produktion stieg um durchschnittlich 4,1% zum Vorjahr während der ers-ten drei Monate des Jahres. Die kräftige Erholung der Investitionstätigkeit in Q1/2014 deutet darauf hin, dass die Unternehmen gute Aussichten erwarten. Günstige Finanzierungsbedingungen sollten diesen Trend weiterhin fördern: Die Zinssätze verharren auf einem sehr niedrigen Niveau und die Kreditvergabe an die privaten Unternehmen - obwohl immer noch im negativen Bereich - verbessert sich allmählich.

Exporteure jedoch spüren Gegenwind

Die Exporte brachen in Q1/2014 stark ein, wobei die Exportaufträge auf einem sehr niedrigen Niveau verharrten (laut Index standen sie bei -9,7 im Mai). Zurückzuführen ist der Trend auf die sich verschlechternde Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, insbesondere im Vergleich zu seinen Hauptkonkurrenten Japan und USA. Ein Grund dafür ist der (zu) starke Euro (vor allem im Vergleich zum stetig sinkenden Yen) sowie die steigenden Löhne im verarbeitenden Gewerbe.

Gesunde öffentliche Finanzen

2013 schaffte es Deutschland, einen ausgeglichenen öffentlichen Haushalt zu erwirtschaften und sollte 2014 und 2015 sogar einen kleinen Überschuss erzielen - und dies trotz der steigenden Staatsausgaben infolge der Maßnahmen der neuen Koalitionsregierung (Rentenerhöhungen, früheres Renteneintrittsalter, Erhöhung der Ausgaben für Infrastruktur und Bildung). Die Zunahme der Staatseinnahmen, die Infolge des Konjunkturaufschwungs generiert werden könnte, sollte jedoch ausreichen, um solche höheren Ausgaben auszugleichen.

Letzte Änderung: 26.06.2014